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Reiseknigge Korea

Korea gehört als asiatisches Land zu einer ganz anderen Kultur, als wir sie in Europa zum Beispiel kennen. Dementsprechend legen Koreaner Wert auf ganz andere Dinge, als wir sie kennen. Es ist recht schwierig, sich mit allen Sitten und Gebräuchen Koreas ganz zu identifizieren. Man kommt wahrscheinlich nie ganz fehlerfrei durch den koreanischen Alltag, aber man kann es probieren. Und die Koreaner sind da durchaus nachsichtig und freuen sich, wenn man versucht ihren Sitten und Gebräuchen in etwa zu folgen. Tabus gibt es natürlich, und darauf sollte man immer achten. Es sind nicht viele zwingende Tabus, die es in Korea gibt, aber die wenigen sollte man wirklich beachten. Handschlag

Begrüßungsrituale in Korea

Die Begrüßung genießt in Korea einen sehr hohen Stellenwert - sehr viel höher als etwa in Deutschland. Denn nach einer Begrüßung ist nichts mehr so wie es war. Wenn man sich gegenseitig in Korea vorstellt, dann beginnt damit ein dauerhaftes bekanntschaftliches Verhältnis. Das hat nichts von den bei uns gängigen flüchtigen Begrüßungen. In Korea gilt: wenn man eigentlich nichts vom anderen will, dann wird man sich auch nicht vorgestellt. In Korea verbeugt man sich gegenseitig, wenn man sich begrüßt. Die Arme bleiben meist seitlich am Körper liegen. Man kennt in Korea auch noch Rangsysteme. Demnach muss sich immer der Rangniedere vor dem Ranghöheren verbeugen. Es ist heute aber in der Geschäftswelt auch üblich, dass sich Geschäftsleute die Hand geben. Auch hier kennt man in Korea gewisse Feinheiten. So gilt es als schicklich, bei wichtigen Menschen zusätzlich mit der linken Hand das rechte Handgelenk zu umfassen um dem Händedruck noch einen gewissen Nachdruck zu geben.

Anrede in Korea

In Korea gilt es als eher unhöflich, wenn man sich mit Vornamen anspricht. Normalerweise spricht man den Koreaner mit seinem kompletten Namen an. In der Geschäftswelt ist es sogar üblich, sein Gegenüber mit dem vollen Namen und seinem Titel bzw. seiner Stellung anzureden. Visitenkarten sind in Korea gerne gesehen.

Kibun

Kibun ist ein zentraler Begriff im Koreanischen. Es handelt sich eigentlich um ein gewisses Grundverständnis für andere Menschen. Das heißt, man stellt sich auf seinen Gegenüber ein und versteht ihn. So kann man ihn natürlich nicht verletzen. Versteht man ihn jedoch nicht, so behandelt man ihn falsch. Das gilt in Korea als sehr verletzend. Um solche Dinge verstehen zu können, muss man sich intensiv mit dem grundsätzlichen Menschenverständnis in Korea auseinander setzen.

Essen

Essen und Trinken in Korea

Essen in Korea ist häufig streng reglementiert. Hier lauern einige so genannte Fettnäpfchen. In Korea isst man immer noch gerne auf diesen etwas erhöhten Wohnbereichen. Dort sitzt man auf einem Kissen auf dem Boden. Es ist hier zwingend vorgeschrieben, dass man seinem Gegenüber nicht die Füße unter dem Tisch entgegenstreckt. Man betritt einen solchen Bereich auch nie mit Schuhen.

Obwohl Koreaner durchaus laut essen, ist das bei uns bekannte Schnäuzen in ein Taschentuch Tabu. Dies sollte man immer an einem anderen Ort tun. In Korea schenkt man sich üblicherweise nie selbst etwas zu Trinken ein. Hier gilt: jeder schenkt einem anderen ein. Man schenkt Freunden mit einer Hand ein, bei anderen nutzt man die zweite Hand als Unterstützung. In Korea herrscht ein gewisser Trinkzwang. Es gilt als unfreundlich, wenn man nicht mittrinkt. Das kann zu Problemen führen. Diesem Zwang kann man sich nur entziehen, wenn man klar macht, dass man aus medizinischen Gründen nicht trinken darf.

Wichtig beim Zuprosten: anderes als bei uns sieht man sich in Korea hier nicht in die Augen.

Die Rolle der linken Hand

Die Benutzung der linken Hand im Kontakt mit anderen gilt in Korea als unhöflich. Man sollte beim Geben oder Nehmen immer die rechte Hand nutzen. Die linke Hand kann allenfalls die rechte Hand unterstützen und so dem Handeln Nachdruck geben.

Der erhobenen Zeigefinger

Winke nie jemandem mit erhobenen Zeigefinder heran. Das ist in Deutschland eine Unart, die im Prinzip auch eine Missachtung des anderen darstellt. In Korea ist das eine Beleidigung!

Lachen in Korea

Korea ist kein Land des Lachens, vielleicht maximal des Lächelns. Lachen kann oft als negativ empfunden werden. Wenn man lacht, dann fühlen sich Koreaner oft persönlich betroffen und empfinden das als beschämend. Hier sollte man sich maximal zu einem Lächeln durchringen und nicht einfach in laut schallendes Lachen ausbrechen.

Küssen in der Öffentlichkeit

Eigentlich ist es in Korea immer noch unüblich, dass sich Mann und Frau in der Öffentlichkeit küssen. Man sollte das deshalb eher vermeiden.

Händchenhalten in Korea

Händchenhalten zwischen Mann und Frau war in Korea ebenfalls lange Zeit verpönt. Heute hat sich das gelockert. Es ist deswegen aber immer noch ungewöhnlich. Sehr viel häufiger findet man Händchenhalten in Korea zwischen gleichen Geschlechtern. Dies zeugt von einem Ausdruck der Nähe zueinander, hat aber keinerlei Aussage über die sexuellen Vorlieben der betreffenden Personen.

Nein - fast ein Tabu

Neinsagen gilt in Korea ist sehr unhöflich und sollte in der Form vermieden werden. Schlägt man jemandem eine Bitte ab, so gilt das als unhöflich. Die Koreaner haben hier subtilere Formen gefunden. Man wird dem Gegenüber eher durch andere Merkmale zu verstehen geben, dass man nicht interessiert ist. Das kann erstaunliche Ausprägungen haben. So kann ein Koreaner Hilfe zusagen, weil er meint das tun zu müssen. Merkt er dann, dass er es gar nicht kann, dann kommt der Koreaner einfach nicht. Dies ist für ihn besser, als sein Gesicht zu verlieren. Das hat aber auch zur Folge, dass Koreaner als durchaus unzuverlässig gelten.

Traditionelle Trennung Mann - Frau in Korea

Diese Trennung ist in Korea noch deutlich wahrnehmbar. Der Mann ist in der Regel der, der arbeiten geht. Die Frau kümmert sich in der Regel nur um den Haushalt. Sie kümmert sich um die Kinder und auch um die Finanzen! Gegessen wird getrennt: zuerst isst der Mann mit den Kindern männlichen Geschlechts. Erst danach gehen die Frauen des Haushalts zu Tisch.

Die Achtung des Vaters in Korea

Der Vater wird in der Regel extrem geachtet - ein Leben lang. Wenn ein Vater etwas will, dann kümmern sich die Kinder immer sofort darum. Dabei gibt es ziemlich extreme Ausprägungen, die sich wohl nach dem sozialen Rang des Vaters richten. Je höher der sozial steht, desto strenger sind die häuslichen Regeln.

Verhältnis Eltern - Kind in Korea

Wie gesagt sind die Rollen ziemlich klar verteilt. Aber ein strenger Vater ist nicht gleichsam zu verurteilen. Denn die Eltern kümmern sich sehr stark um ihre Kinder. In Korea strebt jede Familie danach, ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Dafür nehmen Mutter und Vater oft erhebliche Belastungen auf sich.

Hohes Bildungsniveau bedeutet viel

In Korea bedeutete ein hohes Bildungsniveau viel - oft alles. Es bestimmt, wohin die Reise geht. Erstaunlicherweise kann das Bildungsniveau oft über die Wahl des späteren Ehepartners bestimmen. In Korea ist es üblich, dass nur Partner mit vergleichbaren Bildungsstand verheiratet werden.

Umgang miteinander

Koreaner gelten in der Regel als äußerst zuvorkommend und höflich. Man geht sehr höflich miteinander um. Gut zu beobachten sind hier aber auch gewisse ständische Unterschiede: höher gestellte Menschen werden immer etwas höflicher behandelt. Der Tiefer stehende zollt dem höher stehenden immer Respekt. Dennoch zwingt ein Koreaner einem anderen nur selten direkt seinen Willen auf. Man versucht immer, eine gemeinsame Lösung zu finden. Man sollte in diesem Sinn einem Koreaner nie einfach seine Meinung aufdrücken oder ihn auf Fehler hinweisen. Trinkgeld

Trinkgeld in Korea

In Korea erwartet man nicht unbedingt, dass Trinkgelder gegeben werden. Man kennt eine Servicepauschale, die schon im Preis enthalten ist. Dennoch kann man Trinkgeld geben, wenn man extrem zufrieden ist - andererseits wirken Trinkgelder auf viele wie ein Almosen. So gesehen sollte man es besser bleiben lassen.

 

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